Suche
  • michaelbernhardt19

Wie alles begann

Timeout

Was für ein verrückter Gedanke, eine gut bezahlte und sichere Führungsposition bei Daimler in eine Auszeit von > 1 Jahr einzutauschen. Und das noch mit 2 Kids und einem gerade abgeschlossenen Neubau im Nacken. Wofür???





Den Gedanken zulassen und die Karten auf den Tisch legen.

Nach einem mehrmonatigen Prozess mit vielen Gesprächen sah unsere Mindmap in etwa so aus:




Umgib dich mit Chancendenkern

Eine spannende Erfahrung war der Austausch mit Menschen in meinem Umfeld. Hier hat sich schnell gezeigt, welche Menschen Bedenkenträger und welche Chancendenker sind (Eltern klammere ich an dieser Stelle bewusst aus😊). Diejenigen, die Entwicklungspotenzial in einer solchen Auszeit sehen, die einem Mut zusprechen und die Freude mit einem teilen, waren interessanterweise häufig die Menschen, denen ich hohe Leadership Skills zuschreibe.

Und darin hat sich mal wieder ein Grundsatz in mir bestätigt: Umgib dich mit positiv denkenden, und kreativen Menschen, wenn du die ausgetretenen Pfade verlassen möchtest. „Neue Bahnhöfe benötigen neue Gleise, die aber erst gebaut werden müssen“ (Torsten Huith, Kreativ Leben“) Ich laufe nicht blauäugig in eine Richtung, aber dieser Schlag von Mensch bringt mich definitiv weiter, während andere mich nur dabei ermutigen, den Status Quo zu erhalten.


Die Interpretation von Zeit

Natürlich ist alles eine Abwägung von Chancen und Risiken, Gesprächen, Mut, Offenheit etc. Am Ende entscheidet es sich meiner Erfahrung nach aber an der persönlichen Ansicht von Zeit und dem inneren Bestreben diese zu nutzen. Neulich erzählte mir jemand von einem Kollegen, dessen Ziel es ist, mit 45 Jahren in den Ruhestand zu gehen. Bis dahin reduziert er sein gesamtes Leben, führt akkurat Buch und fiebert auf diesen Tag hin. Andere bauen mit großartigem Einsatz ihre eigene Firma auf oder arbeiten am nächsten Karrieresprung. Und da leider ein weit verbreitetes Führungsverständnis noch immer davon ausgeht, dass Leistung äquivalent zu Zeit ist, leidet zwangsläufig etwas anderes darunter. Bei mir war das der Schlüssel zur Türe in das gap year, oder auch „family year“. Die Erkenntnis, dass ich für meine zwei Jungs (2 + 4 Jahre) gerade der Nabel der Welt bin, ich ihren Charakter und damit ihr gesamtes zukünftiges Leben jetzt mehr denn je prägen kann und diese Zeit nie wieder kommen wird, hat mich aus den Socken gehauen.




Und so kann es jedem gehen, egal ob es Kinder, sonstige Familienmitglieder oder eine prall gefüllte Bucket-List ist, bei der du nicht weißt, wie viel Zeit dir noch zum Abhaken bleibt. Und genauso vielfältig kann die Antwort darauf sein: Reduzierung deiner Arbeitszeit, Fokus auf das, was wirklich deine Leidenschaft ist, Aufbau eines zweiten Standbeins, aktiver Beitrag zur sinnvollen Umsetzung von mobilen Arbeitskonzepten,… oder eben ein Gap Year.

Und wenn du an dem Punkt angekommen ist, möchte ich dir noch zwei Gedanken mitgeben: Jetzt beginnt ein neuer Gedankenprozess in deinem Kopf. Bisher wurde alles mit dem Status Quo abgeglichen und dem hat wenig Stand gehalten, weil wir Sicherheit- und Gewohnheitsmenschen sind. Wenn der Status Quo aber weg ist, öffnest du deine Gedanken für Neues und bewertest sie ganz anders.

Und noch eine motivierende Erkenntnis zum Abschluss: das Skill-Set, dass mich vor > 10 Jahren zu Daimler gebracht hat, ist ja nicht weg, sondern im Gegenteil: es ist 10 Jahre reifer, ausgeprägter und fortgeschrittener. Also gibt es keinen Grund, daran zu zweifeln, wieder in eine Tätigkeit mit ähnlicher Verantwortung zu kommen!

Ich hoffe, ich konnte etwas Anregung und Gedankenanstoß bieten.

Stay tuned.

224 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Over & Out