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  • michaelbernhardt19

Von der Ost- zur Westküste

Aktualisiert: 5. Aug. 2021

Hallo ihr Lieben,

Es war einige Zeit ruhig auf unserem Blog - das lag daran, dass wir viel erlebt haben und einige Male nachts gefahren sind und dann keine Zeit hatten zum Schreiben. Mittlerweile sind wir in Südnorwegen angekommen, aber erst mal zurück nach Stockholm und der Reihe nach:


Gefüllt mit Impressionen aus Stockholm ging unsere Reise weiter gen Westen - zu unserem bisher schlechtesten Schlafplatz.

Nach ca 4 h Fahrt, kamen wir nachts um 1 Uhr in dem eigentlich süßen Städtchen Mariestad am Vänernsee an. Es dauerte nicht lange da versammelte sich die Dorfjugend auf dem Parkplatz und feierte bis in die Morgenstunden. Die laute Musik wurde nur noch davon übertroffen, dass sie anfingen gegen die Wohnmobile zu klopfen. Am liebsten hätten wir sofort die Flucht ergriffen, wussten aber nicht was uns draußen erwartete. Also verharrten wir in unserer sicheren Burg und warteten darauf, dass sie feiermüde wurden - die Uhr zeigte leider bereits 5 Uhr morgens 🙃 Naja, diese Erfahrungen gehören wohl auch dazu, die Jungs haben zum Glück von all dem Spektakel nichts mitbekommen.


Der nächste Tag gestaltete sich deutlich positiver und wir erkundeten das süße Städtchen auf dem Rad - Noel machte die 4km Rundweg auf dem Laufrad klasse mit. Zur Belohnung gab es eine ausgedehnte Pause auf dem Spielplatz.



Wir entschieden uns dazu am Abend weiter zu fahren, damit die Jungs einschlafen und wir Strecke machen konnten.

Dieser Plan scheiterte an der nächsten Kneipe, weil meine Frau die großartige Idee hatte, den Camper vor der Türe zu parken und das EM Finale anzuschauen - für diese Spontanität liebe ich sie 😍😍



Wir genossen das Gefühl, zu zweit in einer Bar zu sitzen und ließen es uns gut gehen.

Die Jungs schliefen friedlich im Wohnmobil, sodass wir die 90 min + Verlängerung und Elfmeterschießen ungestört schauen konnten. Das Ergebnis war, dass wir wieder mal erst nach Mitternacht am nächsten Spot ankamen 🙈

Dieses Mal hatten wir mehr Glück, wir haben einen tollen Stellplatz direkt am Sandstrand vom Vänernsee gefunden. Der Vänernsee ist der viertgrößte See Europas und viermal so groß wie sein Nachbarsee, von dem wir euch bereits berichteten.

Nach der Großstadt genossen wir es, unsere Hängematte zwischen die Bäume zu spannen, am Strand zu spielen und die Seele baumeln zu lassen. Der Strand viel so flach ab, dass man ewig weit ins Wasser laufen konnte und das Wasser war kristallklar, was für ein Paradies.


Nach zwei Tagen ging es weiter in die Stadt Trollhättan am Südzipfel des Sees. Auf dem Weg dort hin hielten wir an einem ErdbeerFeld, ein Fest für die ganze Familie 😋



Der Name Trollhättan macht der Stadt alle Ehre, denn die Landschaft sieht hier auf einmal ganz anders aus. Mitten durch die Stadt fliest der wasserreichste Fluss Schwedens und stürzt über Wasserfälle in eine Schlucht. Anfang des 20. Jh. wurde ein mehrstufiges Schleusensystem errichtet, die heute aber nicht mehr ihren Dienst verrichten und die Wasserfälle treiben mittlerweile ein Wasserkraftwerk an und sind daher die meiste Zeit trocken. Wir haben einen tollen Spot direkt an den alten Schleusen und sehr idyllisch umgeben von Wiesen bekommen - sogar ein Reh schaute vorbei. Den Vormittag des nächsten Tages verbrachten wir auf einem tollen Wasserspielplatz, ehe wir bei ca. 30 Grad noch auf einem kleinen Trail entlang der Schlucht wanderten, angesichts Ines’ großem Bauch und der Hitze eine wahre Herausforderung🙃




Am Abend machten wir uns auf den Weg Richtung Göteborg. Da jeder zweite Parkplatz in der „Park for Night App“ von Einbrüchen berichtete, entschieden wir uns dazu eine halbe Stunde vor Göteborg zu nächtigen und am nächsten Morgen rein zu fahren.


Was lange währt wird endlich gut

Zur Erklärung müssen wir etwas ausholen: Da Ines ihr Blut einen negativen Rhesusfaktor hat und das Baby Rhesus positiv ist, hat die Frauenärztin ihr nahe gelegt sich eine Sprite geben zu lassen, damit sie keine Antikörper gehen das Blut des Babys bilden kann. Eigentlich war diese für den ersten Termin nach unserer Rückkehr geplant, auf einmal meinte die Ärztin aber es wäre sicherer, es noch hier im „vorgeschrieben“ Zeitraum zu machen. Was eigentlich ein Standard ist, entpuppte sich hier als größere Herausforderung. Bereits in Stockholm waren wir nicht erfolgreich, weitere 3h am Telefon und der Besuch in einer Notaufnahme halfen auch nichts, sodass wir viel Hoffnung in die Uniklinik von Göteborg steckten (Tipp vom ADAC Auslandskrankenschutz). Dort wussten sie dann auch was wir wollten und konnten Ines die Spritze geben. Leider ging dafür der Vormittag drauf, weil wir nochmal zu einem Standort auf der anderen Seite der zweitgrößten Stadt Schwedens geschickt wurden. Froh, dass dieses Thema endlich abgehakt war, genossen wir den Mittag bei herrlichem Wetter in Göteborg.

Einige rieten uns von der Stadt ab, aber wir fanden sie richtig schön. Ein gutes Händchen bei der kostenlosen Parkplatzwahl und rauf auf die Fahrräder und schon waren wir mittendrin im Zentrum. Dieses ist zwar noch eine große Baustelle, die wohl zum 400-jährigen Jubiläum, das sie jetzt 2 Jahre geschoben haben, fertig werden soll. Wenn man sich aber ein paar Straßen davon entfernt entdeckt man eine tolle Stadt die uns etwas an Hamburg erinnert hat. Sicherlich liegt das mitunter an dem grossem Hafen und den alten Kränen die hier als Erinnerung an Göteborgs Geschichte noch stehen. Wir genossen die Stadt bei einer Bootsfahrt unter flachen Brücken hindurch, bei denen man auch mal den Kopf einziehen musste, durch den Hafen und vorbei an schönen Cafés.


Die Hitze machte uns allmählich doch zu schaffen und wir sehnten uns nach einem kühlen Bad. Wir freuten uns daher am Abend Göteborg hinter uns zu lassen und einen Stellplatz am Anfang der Göteborger Schären, mit direktem Zugang zum Meer, anzusteuern (was Schären sind, wisst ihr ja bereits 😉).


Bohuslän- traumhafte Küstenregion

Hier beginnt die Region Bohuslän, eine der wohl beliebesten Urlaubsregionen Schwedens. Mit ihren 8.000 Inseln, charmanten Hafenstädtchen und leckerem Fischfang verspricht diese Region einiges. Wir waren gespannt und begannen unser Insel-Hopping auf Tjörn. Die Wohnmobildichte nahm spürbar zu, aber trotzdem hatten wir nie das Gefühl, dass es hier überlaufen wäre. Wir steuerten ein Strandbad in Skärhamn an und genossen den Tag am Strand. Am Abend fanden wir einen Traumspot vor einer kleinen Kirche auf einem Hügel mit Blick über die Schärenlandschaft. Wir trafen Leute von unserer Nacht davor wieder, aber auch eine sympathische fünfköpfige Familie mit Hund, die in einem umgebauten Sprinter unterwegs waren, und ein nettes Paar aus Berlin, die in ihrem Kombi mit Zelt reisten - eine tolle Camper Community.


Bohuslän ist auch bekannt für seine besonders guten Schalentiere - deren Fang bereits bei den Kids ein beliebtes Hobby zu sein scheint. Das begeisterte natürlich auch Luan und Noel und so mussten die beiden erst mal mit einer Angel versorgt werden.

Weiter ging es über die Insel Orust in das charmante Fiskebäckskil, wo wir es uns auf einem engen Parkplatz in Strandnähe gemütlich machten. Noel und Luan fanden sofort französische Freunde und gruben mit ihren Baustellenfahrzeugen den Parkplatz um.

Am nächsten Morgen schnappten wir unsere Räder und fuhren in das nahe gelegene Dörfchen. Uns erwartete das bis hierher wohl schönste Dorf unserer Reise, welches uns mit seinen weißen Häuschen, der Hanglage und dem blauen Meer etwas an Griechenland erinnerte.


Wir genossen das Frühstück am Hafen, radelten noch etwas durch die schönen Gässchen und machten uns dann auf den Weg nach Lysekil. Super, dass es eine Fährverbindung gibt und man sich so einen weiten Weg durch das „Landesinnere“ spart.


In Lysekil wurde uns das kleine Naturreservat am Zipfel des Städtchens empfohlen. Uns erwarteten schroffe Felsen, die es zu erklimmen galt. Typisch Bernis suchten wir nicht nach dem offiziellen Weg, sondern nahmen den direkten Weg Berg auf, der sich als etwas wagemutig für Frau und Kind herausstellte 🙈 Oben angekommen, genossen wir mit herrlicher Aussicht auf die Schären unser Grabbensandwich😋




Den Nachmittag wollten wir an einem tollen Strand zwischen rauen Felswänden verbringen, den wir bei Google entdeckt hatten. Doch dabei blieb es leider auch. Wie versuchten 1h den Weg über Steine kletternd, durch Hecken und Büsche steigend Berg ab zu finden, leider mit mäßigem Erfolg. Da es mittlerweile bereits Abend war machten wir uns etwas enttäuscht auf den Rückweg und entdeckten etwas weiter südlich diesen tollen Spot - die Stimmung war wieder gerettet😊



Den nächsten Morgen genossen wir am Strand mit Baden, Chillen und Krebsen fangen.


Dann machten wir uns auf den Weg zum wohl bekanntesten Ort von Bohuslän, Smögen.


Bei Smögen hat so manch einer sicherlich ein Bild von vielen bunten Häuschen im Kopf. Tatsächlich sind sie wohl auch das beliebteste Fotomotiv des Ortes. Sie befinden sich relativ unscheinbar am Ende des knapp 1 km langen „Smögenbryggan“, der Hafenpromenade und Hauptattraktion von Smögen. Hier haben auch wir uns ins Getümmel gestürzt und uns vorbei an Cafés, Restaurants und kleinen Läden treiben lassen. Bei einem Mittagessen auf der Hafenmauer beobachteten wir das bunte Treiben im vollen Hafen. Die Motor- und Segelyachten und ihre Besitzer(innen) verliehen dem Ort etwas Glamour-Atmosphäre.



Der Tag neigte sich dem Ende entgegen und wir steuerten einen Platz am Hafen des Nachbarortes Kungshamn an. Bei leckerem Abendessen genossen wir den Sonnenuntergang und freuten uns im Dunstkreis von Smögen so einen tollen (kostenlosen) Spot gefunden zu haben.



In den Göteborger Schären reiht sich ein tolles Dörfchen an das nächste. Eines davon ist Fjällbacka, unser nächstes Ziel. Den westen Halt machten wir in einem kleinen Fischgeschäft, in dem wir uns selbst von dem guten Schalentieren überzeugten.

Höhepunkt dieses Ortes ist die Wanderung auf einen steilen Hügel, durch eine schmale Felsspalte hindurch, in der sich 4 große Felsen verkeilt haben. Aufgrund des steilen Aufstiegs mit vielen Treppen habe ich die kleine Tour mit den Jungs allein unternommen, während es sich Ines im Café gemütlich machte. Wir wurden belohnt mit einer tollen Sicht auf Fjällbacka.


Für die Nacht folgten wir der Empfehlung von Freunden, die vor Kurzem hier waren, und standen in mitten der Natur mit viel Wiese um uns herum und mit wilden Himbeeren und Heidelbeeren, die uns das Frühstück am nächsten Morgen versüßten.


Weniger süß waren die vielen Zecken, von denen wir euch noch berichten werden🙈 am nächsten Morgen wanderten wir noch zu den nahegelegenen Felsmalereien, eigentlich nicht so unser Ding. Aber bei der Vorstellung, dass diese von Menschen aus der Zeit vor Jesus Geburt stammen, bekamen wir doch Gänsehaut.


Weiter ging es für uns zu einem nahegelegenen Strand. Da 22 Grad und Wind nicht gerade einladend zum Baden im Meer waren, vertrieben wir uns die Zeit auf dem Spielplatz, mit Eisessen und einem Bad in der Sonne, ehe wir auf den Abend unsere letzte Station in Schweden ansteuerten: das Örtchen Grebbestad.

In einem netten kleinen Restaurant mit lokalen Köstlichkeiten ließen wir es uns gut gehen und verabschiedeten uns nach etwas mehr als 5 Wochen von diesem wunderbaren Land.


Wie unser Abenteuer weitergeht, erzählen wir euch im nächsten Beitrag.

Liebe Grüße, eure Bernis

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