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  • michaelbernhardt19

Family & Friends und Ralph Siegel

Nach tollen Tagen in Cinque Terre sehnten wir uns nach einem Tag am Strand. Aus Mangel an Alternativen wählten wir einen klassisch italienischen Bango - die Insider wissen was jetzt kommt - wir waren etwas irritiert. Eigentlich wollten wir nur einen Schirm mit zwei Liegen, das konnte ja nicht so schwer sein. Noel hatte sich schonmal welche in der Nähe anderer Kinder ausgesucht, als der ambitionierte Lifeguard wild fuchtelnd zu uns kam. Don‘t touch!!! No, no, no, don‘t touch. Also gut, wir gingen zuerst mit Sack und Pack zum weißen Häuschen, um unsere Liege anzumelden. Aber an unsere Wunschliege war trotzdem nicht zu denken. Wir bekamen eine in etwa der 10. Reihe vom Meer. Auf Nachfrage, ob wir nicht was am Wasser bekommen könnten, hieß es nur „impossible“. Außerdem gab es die vorderen nur mit zusätzlichem Sonnenbett, also für mehr Geld 🤷‍♂️ Es war zwar keine der vorderen Liegen belegt, aber diese gab es wohl nur für Dauerstrandlieger. Also nahmen wir etwas mürrisch in 10. Reihe Platz, und beschlossen, sowas in Zukunft zu meiden 😊

Jetzt aber zu den interessanteren Erlebnissen. Am Abend ging es für uns in die Berge. Schon von Weitem sah man die weißen Flächen, die auf den ersten Blick an Schneefelder erinnern.

Das letzte Stück Schotterpiste was so steil, dass die Tanknadel von Viertel auf Reserve sprang und keine Restreichweite mehr anzeigte. Oben angekommen genossen wir eine herrliche und einsame Aussicht auf die Marmorsteinbrüche von Carrara.


Am nächsten Morgen gegen 6 Uhr endete die Stille und rund um uns herum wurde gemeißelt, beladen und abtransportiert. Für die Jungs war das natürlich das perfekte Spektakel. Wir fragten uns, wie die Berge wohl mal früher aussahen. Der Anbau geht auf die römische Zeit ca. 200 Jahre vor Christus zurück, als die ersten Prachtbauten Roms unter Cäsars Herrschaft aus Marmor errichtet wurden. Jüngere Berühmtheit erreichte der Stein durch seine Verwendung bei bedeutenden Bauten, wie dem Dom von Pisa oder durch die Verwendung diverser Bildhauer und Künstler, allen voran der Rennaicance-Küstler Michelangelo. Durch diverse technische Entwicklungen ab dem späten 19. Jh wurde der Abbau einfacher, jedoch wurden teilweise bis 1960 die tonnenschweren Marmorblöcke auf sog. Lizattura ins Tal transportiert. Mittlerweile hat das Volumen laut Wikipedia 5 Mio. Tonnen erreicht und deckt damit seit ca 70 Jahren die weltweite Nachfrage.


Wir fuhren noch einen Kilometer und erreichten Colonnata, das letzte Dorf in den Bergen. Hier wohnten früher die Arbeiter der Steinbrüche. Wir genossen ein leckeres Mittagessen mit dem typischen Lardo (besonders gereifte, fetter Speck, eine regionale Spezialität, die unserer Meinung nach etwas gewöhnungsbedürftig ist) und versuchten uns das Leben vor einigen Jahrzehnten hier vorzustellen.


Leider blieb uns eine Tour mit einem Defender durch die Steinbrüche verwehrt, weil diese trotz Vorsaison restlos ausgebucht waren.

Also blieben wir noch eine Nacht auf unserem tollen Stellplatz und vertrieben uns die Zeit mit der Suche nach Marmorsteinen. Die Jungs waren in ihrem Element und eifrig dabei ihre Funde zu „bearbeiten“...

…während Papa mit Töchterchen Quatsch machte.


Bei einem durchziehenden Gewitter wurde es uns doch etwas mulmig, aber bis auf die Furchen auf unserem Schotterweg bergab ging alles gut.


Am nächsten Tag verließen wir die Berge und steuerten den Strand von Carrara an - dieses Mal einen Spiaggia Libera 😉

Am Abend fanden wir einen fantastischen Stellplatz zwischen Meer und Bergen.


Nicht nur die Jungs machten tolle Bekanntschaften. Auch wir genossen die Zeit mit Beate und Flo und lauschten gespannt ihren Erfahrungen nach einem Jahr Reisen mit 2 Kids. Sie verbrachten ebenfalls den Sommer in Albanien und danach 6 Monate in Griechenland - bessere Insider Tipps hätten wir nicht bekommen können. Am Ende waren viele Spots und Erlebnisse ausgetauscht und das Gefühl, wir müssten unseren Camper nachrüsten, groß. Von Trockentrenntoilette , weil die Entsorgung in Albanien schwierig sein soll, über LTE WLAN Router bis bin zu Airtags für die Kids in Großstädten war alles dabei. Mal schauen was sich „on the Go“ noch realisieren lässt 😊


Nach drei Tagen trennten sich unsere Wege wieder und es folgte eine weitere großartige Überraschung für uns.

Steffi, Ines Ihre Schwester, war mit Benjamin in der Toskana, um mit Ralph Siegel an einem Projekt zu arbeiten. Wir staunten nicht schlecht als die Einladung in einen Strandclub ausgesprochen wurde.

Nachdem Ines und Steffi den Vormittag auf dem Markt in Forte dei Marmi verbracht hatten, stießen die Jungs und ich zum Mittagessen im Strandclub dazu. Gemeinsam mit Laura Siegel und ihrer Tochter verbrachten wir einen fantastischen Tag mit tollem Essen, privatem Strandzugang, Paddelboot, SUP und durften die Nacht sogar auf Einladung von Massimo, dem Clubbesitzer, im Hof verbringen.


Gerade wollten wir uns um das Abendessen für die Jungs kümmern als Steffi nochmal klopfte. Ralph Siegel war in seiner Arbeit so sehr versunken und fand es schade uns nicht zu treffen, ob wir nicht noch mit zum Abendessen kommen können. Wir mussten nicht lange überlegen, fuhren mit Sack und Pack vor das Restaurant, betteten unsere drei Kids und saßen um halb 11 mit Ralph und Laura Siegel, ihrer Tochter, Steffi und Benjamin und Wolfgang, dem Theaterleiter aus Duisburg, beim Abendessen, die Qualität von allem überlassen wir euren Vorstellungen 😉

Um halb 2 endete dann ein sehr amüsanter Abend und wir sind den Siegels sehr dankbar für ihren herzlichen Empfang und die tollen gemeinsamen Stunden.

Den Montag verbrachten wir dann mit Benjamin und Steffi in Pisa und später noch in Lucca.

Etwas mulmig ließen wir unser Womo auf dem Parkplatz eines Supermarkts zurück, der noch als sicherste Adresse bei park4Night gehandelt wurde.

Wenig später standen wir vor dem imposanten Schiefen Turm und es war wirklich ein besonderer Moment und Anblick. Das Bauwerk, das jeder bereits aus Kinderbüchern kannte, stand mitten vor uns - und in einer Schönheit, die auf Bildern nicht rüber kommt.


Mit Blick auf den Turm aßen wir in einem durchschnittlichen Touri-Restaurant Mittag, vielleicht waren wir aber auch vom Vortag schon zu verwöhnt 😉, ehe wir uns langsam auf den Rückweg machten. Zu langsam für mich, weil ich langsam nervös wurde unser Womo mehrere Stunden unbeaufsichtigt zu lassen. Während die anderen noch über einen Markt schlenderten, schaute ich nach dem rechten und war froh, dass alles bestens war - danke Jesus 😉👏


Nach einer kleinen Pause ging es weiter nach Lucca - was für ein historisches italienisches Städtchen. Die ganze Stadt ist von einer dicken Stadtmauer umgeben und darin befindet sich die prachtvolle Altstadt. Wir genossen eines unserer bisher besten Gelato. Auf dem Piazza Anfiteatro, der früher einmal ein Theater war, speisten wir zu Abend und ließen die Stadt bei Dunkelheit auf uns wirken.


Dann hieß es leider auch schon wieder Abschied nehmen von Benni und Steffi. Es waren herrliche und zugleich unvergessliche Tage gemeinsam. Leider eine Stunde zu früh um in Ines ihren Geburtstag rein zu feiern, aber wir waren alle platt und mit den drei Kids, insbesondere Isabella, war nicht an Reinfeiern zu denken. Einige Tage später kannten wir hierfür den Grund, die süße Maus bekam nämlich ihre ersten Zähne🥳

Der nächste Tag startete entspannt mit einem Geburtstags-Frühstück vor den Stadtmauern Luccas. Ines dufte die ersten Geschenke auspacken und wir freuten uns beide endlich Abwechslung zu unserem blauen Camping Geschirr zu haben (Ines entdeckte das Geschirr auf dem Markt in Forte dei Marmi, und Laura Siegel hatte es dann für mich gekauft 🥰).


Danach machten wir eine kleine Radtour, was auch sonst bei über 30 Grad. Die Stadtmauer ist so breit, dass man auf ihr mit dem Rad einmal die Stadt umrunden kann. Danach noch schnell ein Gelato und dann mussten wir auch los - weil Ines ihre Überraschung wartete. Wir steuerten ein schönes Weingut südlich von Lucca an. Ines ahnte nicht wer dort schon auf sie wartete. Die Freude und Überraschung war groß, Susi und Mathi mit ihrer Jolly dort zu treffen. Die drei machten gerade eine Woche Urlaub in der Toskana und da vielen zwei glückliche Ereignisse zusammen.


Bei leckerem Essen und tollem Wein verbrachten wir einen wunderschönen Abend. Danach mussten wir noch etwas Geld im Weinkeller liegen lassen, ehe wir unser Bett auf dem Parkplatz des Weingutes bezogen. Die beiden mussten noch 2h nach Hause fahren, umso schöner, dass sie diesen Abend möglich gemacht haben.

Am Anfang unserer Reise hätten wir nicht gedacht so viele bekannte Gesichter unterwegs zu sehen. Das sind wunderbare Begegnungen, die das Reisen noch schöner machen.

Soweit unsere ersten Eindrücke aus der Toskana, es folgen sicher noch viele weitere.

Bis dahin,

Ganz liebe Grüße in die Heimat.

Eure 5 Bernis


Unser aktueller Standort:

Bagno Vignoni- Italy

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