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  • michaelbernhardt19

Der perfekte Moment

Guten Morgen! Gut, dass ich gestern vor dem Schlafengehen meine To-Do Liste gefüttert habe, so kann ich heute gleich los legen. Zuerst einkaufen, auf dem Rückweg zur Post, dann die Küche sauber machen, dann Emails beantworten, dann eine Runde joggen, und wenn dann noch etwas Zeit ist, mach ich mir einen Kaffee und setz mich (kurz) auf die Terrasse...

Mist, eigentlich muss ich schon Mittagessen kochen und dann kommen die Kids nach Hause.

Kennen wir das nicht alle: der perfekte Moment muss vorbereitet sein. Erst wenn alles erledigt ist, dann kann er kommen. Erst wenn alle Vorbereitungen getroffen sind, dürfen die Gäste kommen, auch wenn ich mich dafür bis 5 min vorher stresse. Auf dem Weg zum Einkaufen habe ich den Nachbarn übersehen, der mit mir ein paar freundliche Worte wechseln wollte. Ich habe mich über den Trottel vor mir geärgert, der 40 statt 50km/h fuhr, und beim Joggen habe ich die Natur nicht richtig wahrgenommen, weil ich darauf konzentriert war, dieses Mal den Kilometer unter 6 min zu laufen. Frage: Verpassen wir nicht viel zu viele schöne Momente, einfach nur, weil wir alles perfekt machen wollen?

These: Viele perfekte Momente entstehen dadurch, dass wir sie einfach passieren lassen. Dass wir sie nicht planen, dass wir spontan sind, dass es uns gelingt aus unserem Gedankenkonstrukt auszubrechen und das sehen was einfach vor uns liegt.

Dies wurde mir bewusst, als wir durch die Weinberge von Treviso fuhren. Google Maps zeigte irgendeinen Aussichtspunkt entlang unseres Weges. Also hielten wir an, direkt neben einem gewaltigen Kirschbaum. Der war nicht bei Google Maps eingetragen - verrückt. Nachdem die Vesperdose mit Kirschen gefüllt war, und die Jungs ihre Lastwagen ausgeladen hatten, machten wir uns auf den Weg durch die Weinberge. Vorbei an einer Weinkellerei, durch die fruchtbaren Gärten und Rebreihen, die Landschaft war malerisch. Isabella schlief in der Trage, die Jungs waren mit ihren Fahrzeugen beschäftigt und da war er plötzlich- völlig ungeplant und unvorhergesehen - der perfekte Moment.



Am Ende haben wir den Aussichtspunkt nicht einmal erreicht, aber das spielte keine Rolle.

Ok - zugegeben, wie sind im Urlaub, Montag ist wie Sonntag, wir stehen (meistens) nicht morgens um 6 Uhr auf, und wir haben keinen Chef, der uns nervt. Daher fällt es uns hier ungleich leichter, den perfekten Moment zu finden. Doch der perfekte Moment kann so vieles sein: das kann der Hugo mit der Minze aus dem eigenen Garten sein, dass kann der Spaziergang kurz nach einem Regenschauer im Wald sein, das kann die Lieblingsplaylist zum Start in den Tag sein, das kann das gute Gespräch bei einer Tasse Kaffee sein.

Oder vielleicht auch dieser, am Ende unserer Weinberg-Tour 😎🙈


Jeder von uns hat jeden Tag die Chance ihn zu finden.

Wir müssen es nur zulassen. Habt ein offenes Ohr für euren Nächsten, wählt heute mal einen anderen Weg zur Arbeit, macht eure Mittagspause, lasst einmal eine Stunde am Tag ohne Plan passieren und schaut was geschieht - denn das ist Lebenszeit😉


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